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NewsGütersloh20.04.2026

Vom TV-Studio bis zur Logistik: Wie Bertelsmann beim Klimaschutz vorankommt

Der Konzern hat seine Klimabilanz für 2025 im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht.

Wenn bei RTL eine TV-Produktion nach „Green Shooting“-Standards umgesetzt wird oder Arvato Logistikprozesse digitalisiert und damit Papier einspart, wird Klimaschutz bei Bertelsmann konkret. Klimaschutz „passiert“ aber nicht nur in Strategiepapieren – sondern im Alltag vieler Teams weltweit. Der aktuelle Bertelsmann-Nachhaltigkeitsbericht für das vergangene Jahr zeigt: Der Konzern macht Fortschritte, aber der weitere Weg zur Erreichung der gesteckten Ziele bleibt anspruchsvoll.

Ein gemeinsames Ziel: 50 Prozent weniger Emissionen bis 2030

Im Mittelpunkt des Umweltmanagements steht das „Klimaziel 2030“: Bertelsmann will seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um 50 Prozent gegenüber 2018 senken. Dieses Ziel wurde im Februar erneut von der Science Based Targets initiative (SBTi) wissenschaftlich validiert und vom Bertelsmann-Vorstand bestätigt. Im Zuge eines Gemeinschaftsprojekts mit den Umweltverantwortlichen der Unternehmensbereiche wurden 2025 die methodischen Änderungen in der Treibhausgasbilanzierung der vergangenen Jahre sowie die Portfolioanpassungen seit 2020 rückwirkend für das Basisjahr 2018 angewendet.

Gemeinsame Fortschritte, die sichtbar sind

In der kürzlich veröffentlichten Klimabilanz 2025 weist Bertelsmann Treibhausgasemissionen von insgesamt 2,66 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (CO2e) aus – eine Maßzahl, mit der der Ausstoß unterschiedlicher Treibhausgase entsprechend ihrer Klimawirkung gewichtet wird. Das sind 929 Tausend Tonnen CO2e weniger als 2018 und 70.000 Tonnen CO2e mehr als im Vorjahr. Die größten Anteile haben Penguin Random House, Bertelsmann Marketing Services, Arvato Group und RTL Group. Die Grafiken in diesem Bericht veranschaulichen die Entwicklung.

Zahlreiche Maßnahmen zur Senkung der Emissionen zeigen bereits Wirkung, wie die folgenden Zahlen belegen:

  • Rund 30 Prozent weniger Emissionen als 2018
  • 97 Prozent Ökostrom im Konzern
  • Papierbeschaffung zu 89 Prozent aus zertifizierter Forstwirtschaft oder Recyclingfasern
  • Steigerung der Stromproduktion aus eigenen Solaranlagen, Zubau unter anderem bei Penguin Random House in Crawfordsville im US-Bundestaat Indiana
  • Erfolgreiche Erst-Zertifizierung der Energiemanagementsysteme bei Arvato, Arvato Systems, RTL Deutschland und im Corporate Center

Gleichzeitig bleibt der Energiebedarf hoch – etwa durch den Verbrauch der Logistikstandorte, Druckereien, Rechenzentren und TV-Studios. Genau hier setzen viele Initiativen an. „Bertelsmann ist auf einem guten Weg – aber die nächsten Jahre sind entscheidend“ sagt Immanuel Hermreck, Personalvorstand von Bertelsmann. „Es geht darum, erfolgreiche Maßnahmen zu skalieren, neue Lösungen zu entwickeln und die von uns beeinflussbaren Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter zu senken.“

Klimaschutz bei Bertelsmann ist die Summe vieler Lösungen der Firmen weltweit, die von motivierten Kolleg:innen entwickelt und umgesetzt werden, wie Beispiele aus den Unternehmensbereichen zeigen:

  • RTL Group: Nachhaltige Film- und TV-Produktionen gewinnen an Bedeutung. Immer mehr Formate erfüllen ökologische Standards wie „Green Motion“ oder „Albert“. Gleichzeitig wird der CO₂-Fußabdruck von Produktionen systematisch gemessen.
  • Arvato: In der Logistik wird konsequent digitalisiert – etwa durch den Verzicht auf gedruckte Dokumente. Dies spart Material, Energie und Emissionen. Die zunehmende Automatisierung lässt den Energiebedarf steigen. Der Anstieg der Stromerzeugung aus Eigenproduktion mit Photovoltaikanlagen wirkt dem entgegen.
  • Penguin Random House: Die Optimierung von Papier, Druck und Transporten spielt eine Schlüsselrolle – denn hier entstehen große Teile der Emissionen.

Direkte und indirekte Emissionen – die Scopes 1, 2, und 3

Die Nutzung erneuerbarer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz sind die entscheidenden Hebel zur Reduktion der Emissionen an den eigenen Standorten und des Fuhrparks. Diese Emissionen, die nach dem Treibhausgasbilanzierungsstandard unter „Scope 1 und Scope 2“ berichtet werden, können direkt von den Firmen beeinflusst werden. Deshalb investieren die Unternehmensbereiche gezielt in Ökostrom, Photovoltaik, Wärmepumpen, Ladesäulen und effizientere Technologien.

„Ein Blick auf die Treibhausgasbilanz zeigt, dass die größte Aufgabe außerhalb unserer eigenen Standorte liegt, bei den indirekten Emissionen im sogenannten Scope 3“, erläutert Mark Fabisch, Head of Environment and Safety bei Bertelsmann. Die Scope 3-Emissionen entstehen entlang der Wertschöpfungskette, zum Beispiel bei der Herstellung und dem Transport eingekaufter Produkte und Materialien oder Reisetätigkeiten bei Filmproduktionen und Geschäftsreisen. Erfolgreicher Klimaschutz funktioniert daher nur gemeinsam mit Partnern und Lieferanten.

Digitalisierung als Chance und Herausforderung zugleich

Ein weiterer Treiber ist die Digitalisierung. IT- und KI-gestützte Optimierung bei der Produktion und im Transport, mehr digitale Angebote – das kann Emissionen reduzieren. Gleichzeitig steigt der Energiebedarf durch große Datenvolumen für künstliche Intelligenz (KI) und Streaming. Die Herausforderung besteht darin, beides zusammenzubringen: Ausbau digitaler Geschäftsmodelle und Nutzung von künstlicher Intelligenz einerseits – und Klimaschutz durch die konsequente Nutzung erneuerbarer Energien und ressourcenschonender, kreislauffähiger Prozesse andererseits.

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Portrait Mark Fabisch

Mark Fabisch

Head of Environment und Safety