NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst war gestern zu Gast in Bielefeld-Bethel, um sich über das bundesweit einzigartige Hilfeprojekt „Gemeinsam wachsen. Zusammen WIRken“ zu informieren. Das Pilotprojekt des Evangelischen Klinikums Bethel (EvKB), das durch die Liz Mohn Stiftung gefördert wird, unterstützt von Einsamkeit betroffene Kinder und Jugendliche darin, wieder ein gesundes und glückliches Leben führen zu können.
„Einsamkeit ist die neue soziale Frage unserer Zeit. Immer mehr Kinder und Jugendliche fühlen sich einsam, oft mit weitreichenden Folgen für ihre Entwicklung und ihre Zukunftschancen“, sagte Hendrik Wüst nach dem Gang durch die Räumlichkeiten des Betheler Hilfeprojekts. „Deshalb ist es so wichtig, frühzeitig Räume zu schaffen, in denen junge Menschen Gemeinschaft erleben, Vertrauen aufbauen und neue Perspektiven entwickeln können. Projekte wie im ‚Haus Sophia‘ leisten hier einen entscheidenden Beitrag, weil sie betroffenen Kindern und Jugendlichen konkret helfen und zugleich das gesellschaftliche Bewusstsein für das Thema stärken. Wer den Kampf gegen Einsamkeit früh angeht, stärkt den Einzelnen und auch den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.“
Kindern und Jugendlichen Halt geben und Zuversicht schenken
Pastor Bartolt Haase, Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, und Liz Mohn, Stifterin und Vorstandsvorsitzende der Liz Mohn Stiftung, begrüßten Ministerpräsident Hendrik Wüst herzlich und verschafften sich gemeinsam mit Bielefelds Oberbürgermeisterin Christiana Bauer einen Eindruck von dem Angebot. Bethels Vorstandsvorsitzender betonte dabei, dass Einsamkeit keine Frage des Alters sei, und unterstrich die große Bedeutung des Projekts für Heranwachsende: „Im ‚Haus Sophia‘ engagieren sich viele Menschen haupt- und ehrenamtlich, um diesen Kindern und Jugendlichen Halt zu geben und Zuversicht zu schenken. Der Ministerpräsident würdigt und stärkt dieses Engagement durch seinen Besuch sehr“, erklärte Pastor Bartolt Haase.
Für Liz Mohn ist die Einsamkeit junger Menschen ein wichtiges gesellschaftliches Thema. Das Projekt ermögliche betroffenen Kindern und Jugendlichen neue Perspektiven für ihre Zukunft. Erlebter Zusammenhalt sowie professionelle Unterstützung auf ihrem Weg aus der Einsamkeit sind von zentraler Bedeutung für die jungen Menschen, hob die Stifterin hervor.
Die zehn- bis 17-jährigen Kinder und Jugendlichen werden während der jeweils sechsmonatigen Projektdauer von psychologischen und pädagogischen Fachkräften begleitet. Gemeinsam arbeiten sie zum Beispiel an Themen wie dem Umgang mit Emotionen, Selbstwert oder Stresstoleranz und haben die Möglichkeit, an Workshops und Angeboten aus dem kulturell-kreativen Bereich teilzunehmen. Bei gemeinsamen Aktivitäten wie Kochen, Sport oder Ausflügen wachsen Verbindungen und Freundschaften. „Wir bieten Kindern und Jugendlichen im Haus Sophia einen geschützten Raum zum Ankommen, in dem sie ihre Stärken finden und Teil einer Gemeinschaft sind“, sagte Projektleiterin Steffi Koch-Stoecker, die zugleich als Geschäftsführende Oberärztin der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am EvKB tätig ist.
Nachfrage wird weiter zunehmen
Begleitet werden die Kinder und Jugendlichen von 20 Ehrenamtlichen. Diese stehen ihnen als Mentorinnen und Mentoren zur Seite. Die Teilnahme ist für die Jungen und Mädchen kostenfrei. Das Projekt läuft zunächst über zwei Jahre. Auf das Projekt aufmerksam werden die Teilnehmenden meist über ihre Eltern oder auf Empfehlung von Kinderärztinnen und -ärzten oder Schulsozialarbeiterinnen und -arbeitern. Bereits im zweiten Durchlauf ist ein spürbarer Anstieg der Anfragen zu verzeichnen. Das Projektteam um Steffi Koch-Stoecker und Katharina Muregancuro vom EvKB sowie Theresa Hornischer von der Liz Mohn Stiftung geht davon aus, dass die Nachfrage weiter zunehmen wird.
Ministerpräsident Wüst abschließend: „Mein herzlicher Dank gilt allen, die dieses Projekt mit großem Engagement begleiten und sich tagtäglich dafür einsetzen, jungen Menschen neue Zuversicht und Teilhabe zu ermöglichen. Ich danke auch besonders Liz Mohn persönlich, die seit Jahrzehnten mit ihrer Arbeit durch die Stiftung enorm wertvolle Beiträge zum Zusammenhalt in unserer Gesellschaft leistet.“