Der Prêmio Jabuti, der seit 1959 vom brasilianischen Buchbranchenverband Câmara Brasileira do Livro vergeben wird, gilt als der renommierteste brasilianische Literaturpreis überhaupt. Mit ihm werden Bücher brasilianischer Autoren und Autorinnen in portugiesischer Sprache ausgezeichnet. Großer Gewinner bei der diesjährigen Preisvergabe war die zu Penguin Random House gehörende Verlagsgruppe Companhia das Letras, die sich über insgesamt acht Auszeichnungen für sieben Bücher freuen konnte, darunter auch in der Königskategorie „Buch des Jahres“. Es ist „O ouvidor do Brasil: 99 vezes Tom Jobim“ von Ruy Castro, das zugleich in der Rubrik „Chroniken“ prämiert wurde.
Tom Jobim, Mitbegründer des Bossa Nova
In „O ouvidor do Brasil“ („Der Zuhörer Brasiliens“) erzählt Autor Ruy Castro die Geschichte des bekannten brasilianischen Musikers Antônio Carlos Brasileiro de Almeida Jobim (1927–1994), kurz Tom Jobim, einem der Begründer des Musikstils Bossa Nova. Mit Bossa Nova und seinen Songs prägte Jobim die brasilianische Musik und beeinflusste ganze Generationen von Komponisten. Und er brachte diese Musik aus Brasilien in die Welt. In „O ouvidor do Brasil” beschreibt Ruy Castro manchmal unerwartete und eher unbekannte Seiten Jobims, und das aus verschiedenen Perspektiven. Zusammen bilden die Texte eine Art fragmentiertes biografisches Profil eines der größten Künstlers der brasilianischen Geschichte.
Neben den beiden Auszeichnungen für „O ouvidor do Brasil“ gab es noch sechs weitere Preise für Autorinnen und Autoren von Companhia das Letras. Sie gingen an „Vento em setembro“ von Tony Bellotto (Literary Novel), „Respiro“ von Armando Freitas Filho (Poetry), „Felicidade ordinária“ von Vera Iaconelli (Health and Well-Being), „A essência de empreender“ von Miguel Krigsner (Business), „Acrobata“ von Alice Sant’Anna, Cover-Design von Kiko Farkas (Cover-Design) und „Bento Vento Tempo“ von Stênio Gardel, illustriert von Nelson Cruz (Illustration).