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RTL GroupParis10.03.2026

Groupe M6 verstärkt Engagement für klimafreundliche Produktionen

Mit verschiedenen Maßnahmen will die Sendergruppe ihre Klimaziele erreichen.
Land
Frankreich
Kategorie
Projekt

Die zur RTL Group gehörende französische Sendergruppe Groupe M6 treibt die Reduzierung ihres CO2-Fußabdrucks bei der Produktion ihrer verschiedenen Medienformate systematisch voran. Im Zentrum steht dabei die sogenannte „Eco-Production“, also eine nachhaltigere Gestaltung sämtlicher Schritte von der Vorbereitung über den Dreh bis zur Postproduktion. Die Maßnahmen stehen im Einklang mit den Klimazielen von Bertelsmann. Im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen hatte der Konzern 2018 beschlossen, die Menge seiner in jenem Jahr bilanzierten Treibhausgasemissionen bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren.

„Über unsere Kanäle hinaus überdenkt die Groupe M6 als Unternehmen auch ihre Praktiken, insbesondere in der Produktion“, sagt Guillaume Charles, Mitglied des Vorstands der Groupe M6 und zuständig für Channels und Content. „Von der Vorbereitung über die Dreharbeiten bis hin zur Postproduktion stellen sich unsere technischen und redaktionellen Teams jeden Tag dieser Herausforderung – und die Ergebnisse sind bereits greifbar: Seit 2023 haben rund 20 von der Groupe M6 produzierte oder ausgestrahlte Programme ein Ökoproduktionslabel erhalten.“

Von der Strategie ans Set

„Eco Production“ bedeutet, messbare Emissionsreduktionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette audiovisueller Produktionen zu erreichen. Was auf dem Papier einfach klingt, erweist sich im Produktionsalltag oft als kultureller Wandel. Ein Beispiel ist das Catering: Nach den geltenden Zertifizierungsstandards darf rotes Fleisch höchstens einmal in fünf Mahlzeiten angeboten werden. Das Produktionsunternehmen Studio 89 geht darüber hinaus und serviert rotes Fleisch nur einmal pro Woche – selbst bei Produktionen mit zwei Mahlzeiten täglich. Der Hintergrund: Eine einzige Mahlzeit mit rotem Fleisch verursacht so viel CO2 wie 14 vegetarische Gerichte.

Auch bei Verbrauchsmaterialien zeigen sich konkrete Effekte. In einer Staffel der Sendung „Les Traîtres“ kamen etwa 250 wiederaufladbare Batterien zum Einsatz – in früheren, nicht nachhaltig produzierten Staffeln waren es noch 600 Einwegbatterien. Zudem wurde Einwegplastik am Set drastisch reduziert.

Verkehr als größter Emissionstreiber

Als besonders emissionsintensiv gilt der Transport. Gerade bei fiktionalen Produktionen sei Mobilität häufig der größte CO2-Faktor, erklärt Charlotte Thomas, Produktionsleiterin bei SND Fictions. „Die Teams sind es aus Gewohnheit oder Bequemlichkeit immer noch gewohnt, mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zu reisen. Die Umstellung auf Elektrofahrzeuge, öffentliche Verkehrsmittel oder Carsharing erfordert wirkliche Unterstützung.“ Ein wirkungsvoller Schritt war das Verbot von Kurzstreckenflügen. Für die Serie „Nouveau Jour“ zum Beispiel wurden während eines sechsmonatigen Drehs Flüge zwischen Paris und Montpellier untersagt, stattdessen war die Fahrt per Bahn verpflichtend. Da Flüge rund 50-mal mehr CO2 ausstoßen als Bahnreisen, wirkte sich diese Maßnahme deutlich auf die Gesamtbilanz aus.

„Top Chef“ als Großversuch

Wie komplex nachhaltige Produktion bei großen Entertainment-Formaten ist, zeigt das Beispiel „Top Chef“. Die Sendung wurde umfassend umgestellt: Wiederverwendbare Trinkflaschen und Wasserspender ersetzten Einwegplastik, Mülltrennung wurde systematisiert, LED-Beleuchtung und energieeffiziente Technik eingesetzt, Ökostrom bevorzugt, Bahnreisen priorisiert und mit nachhaltig wirtschaftenden Zulieferern kooperiert. „Top Chef“ erhielt infolgedessen als erste französische Unterhaltungssendung überhaupt das Ecoprod-Zertifikat, das führende Öko-Label der audiovisuellen Branche in Frankreich, und wurde mit zwei Sternen ausgezeichnet.

Akzeptanz größer als erwartet

Überraschend sei die hohe Akzeptanz innerhalb der Teams gewesen, berichten Verantwortliche. Zwar gebe es je nach Produktion unterschiedliche Grade an Engagement, doch insgesamt werde der Wandel vielfach begrüßt. Entscheidend seien transparente Kommunikation, pädagogische Begleitung und die frühzeitige Einbindung aller Beteiligten. Eine klar definierte Rolle eines „Eco-Manager“ habe sich dabei als bedeutend erwiesen. Finanziell schlägt die Öko-Produktion mit etwa einem Prozent des Gesamtbudgets eines Films zu Buche – etwa für Zertifizierung, Abfallmanagement oder entsprechende Fachkräfte. Diese Kosten würden jedoch häufig durch Effizienzgewinne kompensiert, etwa durch lokale Drehs, Wiederverwendung von Kulissen und Kostümen oder nachhaltigere Mobilitätskonzepte.

Nachhaltigkeit auch im Programm

Parallel zur Produktionsumstellung setzt M6 auch programmlich auf Umweltbewusstsein. So fand in der vergangenen Woche die siebte „Green Week“ statt. Eine Woche lang mobilisierte die Sendergruppe ihre TV-, Radio- und Digitalangebote für Umwelt- und Klimathemen. 2025 erreichte die Initiative nach Unternehmensangaben rund 25 Millionen Menschen. „Die Green Week 2026 ist nicht nur ein redaktionelles Highlight, sondern auch das Aushängeschild eines langfristigen Engagements, das hinter den Kulissen all unsere Talente mobilisiert – von unseren Kanälen über unsere Partner bis hin zu unseren Mitarbeitern – mit einer gemeinsamen Mission: unsere Fähigkeit zu nutzen, Menschen zusammenzubringen, um den ökologischen Wandel zu unterstützen“, sagt Guillaume Charles.

Kontakt

Portrait Oliver Fahlbusch

Oliver Fahlbusch

RTL Group, Executive Vice President Communications & Investor Relations, Chairman Corporate Responsibility