Navigation überspringen
Penguin Random HouseNew York15.04.2014

Penguin Random House freut sich über Pulitzer-Preise

Umweltautor Dan Fagin („Toms River“) unter den Preisträgern
Land
USA
Kategorie
Preise & Auszeichnungen

Mehr als 120-mal sind in den vergangenen knapp hundert Jahren Autoren von Penguin und Random House mit dem renommierten Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. Jetzt hat diese gute Tradition im vereinten Unternehmen ihre schöne Fortsetzung gefunden: Wie die Columbia University am Montagabend in New York mitteilte, ist die US-Autorin Donna Tartt für ihren Roman "The Goldfinch" ("Der Distelfink") mit dem wichtigen US-amerikanischen Journalisten- und Medienpreis in der Kategorie "Fiction" geehrt worden. Das Buch erscheint in Deutschland bei Goldmann als Hardcover und E-Book sowie als Hörbuch im Hörverlag. In Spanien und Lateinamerika ist es von der Grupo Editorial im Verlag Lumen unter dem Titel "El Jilguero" auf den Markt gekommen. Zudem wurde der US-amerikanische Journalist und Schriftsteller Dan Fagin für sein in den USA und Kanada bei Bantam erschienenes Sachbuch "Toms River – A Story of Science and Salvation" mit einem Preis in der Kategorie "General Non-Fiction" ausgezeichnet. Und last but not least: Für die Auslieferung des Werkes "The Internal Enemy, Slavery And War in Virginia", Gewinner in der Kategorie "History", ist Penguin Random House Canada zuständig.

"Ich bin unglaublich glücklich und fühle mich wahnsinnig geehrt", sagte die Bestseller-Autorin Donna Tartt in einer ersten Reaktion in New York. Vor wenigen Wochen hatte sie in Deutschland ihren neuen Roman persönlich vorgestellt, der auch von deutschen Kritikern als "Meisterwerk" gelobt wird. "Ich freue mich wahnsinnig für Donna Tartt", erklärte Goldmann-Verleger Georg Reuchlein. "Der Preis ist hochverdient. 'Der Distelfink' ist eins der besten Bücher der letzten Jahre. Geradezu klassisch erzählt und gleichzeitig hochmodern." Vor mehr als 20 Jahren war Donna Tartt mit "Die geheime Geschichte" ein Sensationsdebüt und ein weltweiter Bestseller gelungen. Erst zehn Jahre später erschien ihr zweites Buch, "Der kleine Freund". Das dritte, nun prämierte Werk, "Der Distelfink", ist nach Ansicht der Jury "wunderschön geschrieben", die Charaktere seien "ausgezeichnet entworfen". Der Roman schildert den Kampf eines Jungen, nachdem seine Mutter bei einem Museumsbesuch durch einen Bombenanschlag ums Leben gekommen ist. Der Dreizehnjährige gerät inmitten des Durcheinanders unverhofft in den Besitz des Bildes "Der Distelfink", das Meisterwerk eines Rembrandt-Schülers. Obwohl der Junge weiß, dass es Unrecht ist, wird er das Bild 14 Jahre lang verstecken. Langsam gerät er dabei auf die schiefe Bahn. Die "New York Times", auf deren Bestsellerliste das Buch nach Erscheinen auf Anhieb Platz eins belegte, resümierte: "Umwerfend! Ein grandioser Roman, der daran erinnert, wie schön es ist, sich voll und ganz in ein Buch zu vertiefen und dafür nächtelang durchzulesen." Und die "FAZ" in Deutschland urteilte: "Dieses Buch lässt keinen kalt: Donna Tartts Roman 'Der Distelfink' (...) zeigt eine große Erzählerin, die so spannend wie eine Thrillerautorin schreibt."

Reale Geschichte einer Kleinstadt

Erstmals wurde mit "Toms River" ein Buch von Bantam mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Der Autor Dan Fagin ist Dozent für Journalismus an dem Arthur L. Carter Journalism Institute der Universität New York und Leiter eines Programms der Hochschule, das Daten aus den Bereichen Wissenschaft, Gesundheit und Umwelt sammelt. In seinem Buch kombiniere der frühere "Newsday"-Kolumnist und ehemalige Präsident der Society of Environmental Journalists geschickt investigative Berichterstattung und historische Recherche, um die Zusammenhänge von Kinderkrebserkrankungen und Wasser- und Luftverschmutzungen entlang der Küste einer Kleinstadt in New Jersey zu erforschen, heißt es seitens der Jury.

Hintergrund von "Toms River" ist die reale Geschichte der gleichnamigen Kommune, deren Bürger sich in einem jahrzehntelangen Rechtsstreit letztlich erfolgreich gegen die durch die Industrie verursachte Verschmutzung in ihrer unmittelbaren Umgebung gewehrt haben. Eine große Chemiefabrik hatte seit den 1950er Jahren in illegalen Mülldeponien Zehntausende von Fässern mit säurehaltigen Abwässern entsorgt, die schließlich in den örtlichen Fluss – den Toms River – gelangten. Im gleichen Zeitraum war die Rate der Krebserkrankungen insbesondere bei Kindern erheblich angestiegen. Dan Fagin fertigte daraus in seinem Buch eine Geschichte über die Wissenschaftler, die als Erste Umweltverschmutzung als eine Ursache für Krebs identifizieren, und erweckt sie zum Leben mit der Schilderung persönlicher Schicksale: ein seit Geburt an Krebs erkrankter Junge, dessen Lächeln über die tückischen Tumore in seinem Körper hinwegtäuscht, eine Krankenschwester, die bei ignoranten Behörden um Aufmerksamkeit kämpft, und eine Mutter, deren Liebe für ihr verängstigtes Kind sie zum Anwalt für Veränderung in ihrer Stadt macht. "Toms River" steht damit als warnendes Beispiel für eine unkontrolliert schnell wachsende Industrie – ob sie nun in New Jersey oder in China ihre Fabriken errichtet.

Pflichtlektüre zum Thema Umwelt

Das Buch wurde von der Presse begeistert besprochen: "Sicherlich ein neuer Klassiker der Wissenschaftsliteratur. Eine schlichte Geschichte (…), ausgebreitet mit der Sorgfalt und Präzision, die sowohl gute Wissenschaft als auch großen Journalismus auszeichnet", schrieb etwa die "The New York Times". Nach Meinung des "Philadelphia Inquirer" mache sich das Buch zwar nicht beliebt bei den Immobilienmaklern von Toms River, gehöre aber durch seine detaillierten Schilderungen und den ehrlichen Blick auf Ursachen, Hindernisse und die Entschlüsselung einer Krebsursache zur Pflichtlektüre zum Thema Umwelt. "USA Today" fasste es so zusammen: "Absorbierend und gedankenvoll."

Dass Dan Fagin sich in dem von ihm beschriebenen Fachgebiet auskennt, steht außer Zweifel: Seine Artikel über Krebsepidemiologie wurde bereits mit dem Science Journalism Award of the American Association for the Advancement of Science und dem Science in Society Award der National Association of Science Writers ausgezeichnet. Und im Rahmen seiner "Newsday"-Berichte zählte er zusammen mit den jeweiligen Reporterteams zu den Finalisten des Pulitzer-Preises.

Der Pulitzer-Preis wird seit 1917 Jahr für Jahr an herausragende Publizisten, Journalisten und Autoren verliehen. Die Auszeichnung geht zurück auf den US-Verleger Joseph Pulitzer, zu dessen Zeitungsgruppe unter anderem die "St. Louis Post-Dispatch" und die "New York World" gehörten. Heute ist die Columbia University School of Journalism für das Erbe des Stifters und die Vergabe des Pulitzer-Preises verantwortlich, die in diesem Jahr Mitte Mai in der Bibliothek der Universität stattfinden wird. Die Preise werden inzwischen – inklusive eines Sonderpreises – in 22 Kategorien verliehen und sind jeweils mit 10.000 US-Dollar dotiert.

Kontakt

Portrait Claire von Schilling

Claire von Schilling

Penguin Random House, Executive Vice President, Director Corporate Communications and Social Responsibility