„The Sky isnʼt the Limit“, jedenfalls nicht für die deutsche Raumfahrtingenieurin Michaela Benthaus, die am 20. Dezember 2025 mit einer Rakete des Raumfahrtunternehmens Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos an den Rand des Weltraums geflogen ist – und das trotz einer Querschnittslähmung. Zusammen mit dem früheren Raumfahrt-Ingenieur Hans Königsmann sowie den US-Unternehmern Joey Hyde, Neal Milch, Adonis Pouroulis und Jason Stansell stieg sie mit der Rakete „New Shepard“ bei einem Suborbitalflug bis in eine Höhe von rund 100 Kilometern und damit bis in die Schwerelosigkeit. Wie es dazu kam, dass Michaela „Michi“ Benthaus als erste Rollstuhlfahrerin ins All flog, erzählt sie in ihrem Buch „Zwischen Schwerkraft und Schwerelosigkeit“, das der zur Penguin Random House Verlagsgruppe gehörende Goldmann-Verlag im Oktober 2026 veröffentlichen wird.
In ihrem Buch erzählt Michi Benthaus die Geschichte ihres Lebenstraumes: Sie will ins All und lässt sich durch nichts von diesem Ziel abbringen. Die 1992 in Kiel geborene Benthaus arbeitet als Raumfahrtingenieurin bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Im Jahr 2018 veränderte ein schwerer Mountainbike-Unfall ihr Leben grundlegend. Seitdem ist Michi Benthaus querschnittsgelähmt, doch statt sich von dieser neuen Realität einschränken zu lassen, verfolgt sie mit Entschlossenheit ihren Weg weiter. Im Dezember 2022 nahm sie am Parabelflug des US-amerikanischen Projekts „Astro Access“ teil, das sich zum Ziel gesetzt hat, die astronautische Raumfahrt und die Raumfahrtindustrie barrierefreier zu gestalten, und erlebte dort erstmals Schwerelosigkeit. 2024 war sie Teil einer analogen Mission in der „LunAres“-Station in Polen. Diese simulierte das Leben auf einer Marsbasis und hatte das Ziel die Herausforderungen der Inklusion in einer begrenzten Weltraumumgebung zu untersuchen.
Michaela Benthaus ist regelmäßig in Podcasts, Fernsehsendungen und Printmedien zu Gast. Sie spricht über Inklusion, Raumfahrt, wissenschaftliche Neugier – und darüber, wie man selbst in den schwierigsten Momenten neue Perspektiven gewinnen kann. Im Rahmen ihrer Mission an Bord der „New Shepard“ sammelte Michi Benthaus Spenden für Wings for Life, eine gemeinnützige Stiftung für Rückenmarksforschung.