Sie wächst und wächst und wächst: Die BMG steht kurz vor der Übernahme des britischen Musikverlags Chrysalis und damit eines Namens, der Musik nicht nur in den Ohren von Kennern ist. So weiß das vor mehr als 40 Jahren gegründete Traditionsunternehmen Songs von Ikonen wie Billy Idol, David Bowie oder Jethrow Tull, wie Kylie Minogue, John Denver oder Leonard Cohen, wie Runrig, Sheryl Crow oder Tears for Fears in seinem immer größer werdenden Katalog, aber auch aktuelle Hits von Cee Lo Green und Rumer, der vor zwei Wochen auf Platz drei in die UK Charts einstieg. In den Kauf von Chrysalis will die BMG nach Angaben der beiden Unternehmen 107,4 Millionen Britische Pfund, also umgerechnet knapp 130 Millionen Euro, investieren. Das gaben die künftigen Partner am 26. November in London bekannt.
Gegründet im Sommer 2008, gilt BMG unter der Leitung von Hartwig Masuch bei Bertelsmann inzwischen als Paradebeispiel für den strategischen Aufbau eines neuen Geschäfts in einem klaren Wachstumsmarkt aus vorhandenem unternehmerischem Know-how heraus. Seit Juli 2009 wird BMG als Joint Venture von Bertelsmann und KKR geführt. Zuletzt wuchs die BMG mit Übernahmen beinahe im Monatstakt. Auf den französischen Rechtekatalog Music Addict im April folgte im Juni in den USA der Katalogzukauf von Adage IV. Im Juli dieses Jahres gab das Unternehmen bekannt, den renommierten unabhängigen Musikverlag Stage Three Music in Großbritannien zu übernehmen. Im September folgte die Übernahme von Evergreen Copyrights wiederum in den USA. Und zuletzt hatte BMG im Oktober 50 Prozent der von TG Publishing in Dänemark gehaltenen Musikrechte gekauft.